Barock (1600 – 1770)

Das Barock (portugisisch: unregelmäßig Perle) umfasst die Zeiträume des Frühbarock (1600-1650), des Hochbarock (bis 1730) und des Spätbarock oder Rokoko (1730-1770) mit ihren jeweiligen typischen Stilmerkmalen.

Insgesamt versteht sich das barocke Möbel als prächtiges Repräsentationsobjekt, als inbegriff des Höfischen, wobei die Französische Monarchie in Europa eine führende Rolle spielt. Besonderes das Mobiliar des 18 Jh. ist überreich an Varianten in Form, Gestaltungsweise und Ornamentik.
Es entwickelt sich von einer vorwiegend kantig-strengen Grundform im Früh- und Hockbarock hin zu einer Auflösung der geometrischen Grundform (Eckabschrägung). Dies gipfelt im Rokoko in einem bewegten, gerundeten äußeren Umriss, sowie in der Aufhebung der Symetrie in der Ornamentik (Rocaille und asymetrisches Muschelornament).

Auch im Barock geht die Herstellung stiltypischen Mobiliars deutlich über das eigentliche zeitliche Ende der Epoche hinaus. Stilistische Veränderungen und Innovationen erreichen besonderes den ländlichen Bereich mit Verspätungen. So werden etwa im alpenländischen Raum bis weit in das 19 Jh. hinein Barock Möbel nach traditionellen Vorgaben hergestellt.

Stilistische Merkmale

  • Hölzer: häufig Eiche und Nussbaum, aber auch Weichholz, ggf. mit Bemalungen (Bauernschränke)
  • Furnierte Barockmöbel sind hochwertiger als massive Barockmöbel
  • Bei furnierten Möbeln häufig kunstvoll gearbeitete Furnierbilder mit Intarsien und Bandeinlagen
  • Gebogene bis gewellte Schubladenfronten bei Kommoden
  • Kugelig gedrechselte oder figürlich geschnitzte Möbelfüße (z.B.: Tatzenfüße)
  • Geschwungen gearbeitete oder als Spirale gedrechselte Tisch- und Stuhlbeine