Biedermeier (1600 – 1770)

Biedermeier

Das Biedermeier bezeichnet die letzte Phase des deutschen Klassizismus.

Dieser Stil setzt nach Louis XVI und Empire um 1815 ein, erfährt zwischen 1820 und 1850 seine Ausprägung und dauert als Spätbiedermeier bis ca. 1850.

Der Begriff Biedermeier beschreibt zunächst eine karikaturhafte, kleinbürgerliche Figur, geprägt durch gemütliche Biederkeit und einfachen Lebensstil.
Erst um 1900 versteht er sich als kunsthistorischer Stilbegriff mit seinen eigenständigen Merkmalen.

Als stilistische Gegenbewegung gegenüber dem aristokratischen Pomp von Spätbarock und Rokoko findet man im Biedermeier, das seine Ausrichtung durch Aufklärung und Aufbruch des Bürgertums erfährt, eine schlichte, in Form und Ausführung jedoch sehr edle Möbelgestaltung.

Stilistische Merkmale

  • Hölzer: häufig Kirsche, Birke, Weichholz aber auch Nussbaum und Mahagoni, das in der Kolonialzeit aus Übersee für das reiche Bürgertum importiert wurde
  • Wenige Verzierungen (Schnitzereien, Profile, Einlegearbeiten)
  • Schlichte Beschläge (Rauten, Wappen, Ringe)
  • Glatte Säulen, häufig schwarz gebeizt (ebonisiert)
  • Durchlaufendes Maserbild bei Kommoden und Sekretären
  • Konische, glatte Tischbeine und Möbelfüße